Freie Trauung: Ablauf, Rituale und Tipps vom Fotografen
Wie eure persönliche Zeremonie gelingt, und worauf ihr für schöne Fotos achten solltet

Eine freie Trauung ist die persönlichste Art zu heiraten. Es gibt kein Amt und keinen festen Ablauf, ihr bestimmt selbst, wo ihr heiratet und was dabei gesagt wird. Als Hochzeitsfotograf aus Hamburg habe ich schon einige freie Trauungen in Norddeutschland begleitet. Hier erfahrt ihr, wie der Ablauf aussieht, welche Rituale schön sind und worauf ihr achten solltet, damit auch die Fotos davon so werden, wie ihr sie euch wünscht.
Eine freie Trauung im Forsthaus Waldhusen
An eine freie Trauung in Lübeck denke ich besonders gern. Im Garten vor dem reetgedeckten Fachwerkhaus des Forsthauses Waldhusen saßen die Gäste mit Sonnenbrillen in der Maisonne, die Trauzeugen hielten eine Rede, und dann lasen sich die beiden ihre Eheversprechen vor.
Der Bräutigam musste beim Vorlesen immer wieder Tränen wegwischen, die Braut lachte und weinte gleichzeitig. Danach schlugen die beiden bei einer Nagelzeremonie gemeinsam Nägel in eine Holzkiste. Weil ihr die Zeremonie selbst gestaltet, ist bei einer freien Trauung Platz für solche Momente.

Alle Bilder von diesem Tag findet ihr in der Hochzeitsreportage aus dem Forsthaus Waldhusen.
Was ist eine freie Trauung?
Bei einer freien Trauung gestaltet ihr eure Zeremonie selbst, unabhängig von Standesamt und Kirche. Meist führt ein Trauredner oder eine Traurednerin durch die Zeremonie und erzählt eure Liebesgeschichte. Manchmal übernimmt das auch ein guter Freund aus eurem Umfeld. Ihr entscheidet, wo sie stattfindet, wie lange sie dauert und was passiert.
Wichtig zu wissen: In Deutschland ist eine freie Trauung rechtlich nicht bindend. Verheiratet seid ihr erst mit der standesamtlichen Trauung. Viele Paare heiraten deshalb ein paar Tage oder Wochen vorher im kleinen Kreis beim Standesamt und feiern die große, emotionale Zeremonie dann frei. Manche machen beides an einem Tag, so wie bei einer Hochzeit in Hannover, die ich begleitet habe: vormittags Standesamt in den Herrenhäuser Gärten, nachmittags freie Trauung am Jagdschloss Springe.
Der Ablauf einer freien Trauung
Einen festen Ablauf gibt es nicht. Bei den meisten freien Trauungen, die ich fotografiert habe, sah er aber ungefähr so aus:
Einzug
Die Gäste sitzen, der Bräutigam oder beide warten vorn. Dann kommt die Braut, oft mit ihrem Vater oder einem anderen lieben Menschen. Bei einer Gartenhochzeit am Plöner See zogen beide gemeinsam zwischen den Bierbänken ein, die Pferde auf der Koppel schauten zu.
Begrüßung
Der Trauredner begrüßt alle und sagt ein paar Worte dazu, warum ihr heute hier seid.
Eure Geschichte
Das Herzstück: wie ihr euch kennengelernt habt, was euch ausmacht, welche Hürden ihr genommen habt. Hier wird viel gelacht und oft auch geweint.
Reden von Trauzeugen oder Familie
Ein paar persönliche Worte von den Menschen, die euch am besten kennen.
Ein Ritual
Zum Beispiel eine Nagelzeremonie, eine Sandzeremonie oder ein Ringwärmen. Mehr dazu weiter unten.
Eure Eheversprechen
Für mich der emotionalste Moment. Bei freien Trauungen schreiben fast alle Paare ihre Versprechen selbst.
Ringtausch und erster Kuss
Danach jubeln, klatschen und manchmal auch Seifenblasen.
Auszug und Glückwünsche
Ihr zieht gemeinsam durch eure Gäste aus, danach folgen Sektempfang und Gratulation.
Rechnet für die Zeremonie selbst mit etwa 30 bis 45 Minuten. Plant davor und danach genug Puffer ein, besonders für die Gratulation. Wie ihr den ganzen Tag entspannt plant, lest ihr in meinem Artikel zum Zeitplan für euren Hochzeitstag.

Ideen für Rituale bei der freien Trauung
Ein Ritual gibt eurer Zeremonie einen Moment zum Anfassen. Ein paar Ideen, die auch auf Fotos schön aussehen:
- Nagelzeremonie: Ihr schlagt gemeinsam Nägel in eine Holzkiste, in der oft ein Brief oder eine Flasche Wein für einen späteren Hochzeitstag liegt.
- Sandzeremonie: Jeder füllt farbigen Sand in ein gemeinsames Gefäß. Die Schichten lassen sich danach nicht mehr trennen.
- Ringwärmen: Eure Ringe wandern vor dem Ringtausch durch die Reihen, und jeder Gast gibt einen guten Wunsch mit hinein.
- Handfasting: Eure Hände werden mit einem Band verbunden.
- Baum pflanzen: Ihr gießt gemeinsam einen jungen Baum, der später in eurem Garten wachsen darf.

Der richtige Ort für eure freie Trauung
Garten, Wald, Strand, Gutshof oder die Wiese hinter dem Elternhaus: Bei einer freien Trauung seid ihr frei. Achtet bei der Wahl auf drei Dinge:
- Licht: Pralle Mittagssonne sorgt für harte Schatten und zusammengekniffene Augen. Ein Platz im lichten Schatten unter Bäumen oder eine Uhrzeit am späteren Nachmittag sind ideal. Wann das Licht an eurem Ort am schönsten ist, könnt ihr mit meinem Goldene-Stunde-Rechner ausrechnen.
- Plan B: In Norddeutschland kann es immer regnen. Klärt vorher, wohin ihr ausweicht. Meine Tipps dazu stehen im Artikel Regen am Hochzeitstag.
- Technik: Draußen braucht ihr fast immer ein Mikrofon, damit auch die letzte Reihe eure Eheversprechen versteht.
5 Tipps vom Hochzeitsfotografen für eure freie Trauung
Lasst den Mittelgang frei.
Der schönste Blick auf euch ist der von vorn durch den Gang. Steht dort ein Gast mit Handy oder ein Deko-Element, ist er versperrt.
Bittet um eine Trauung ohne Handys.
Wer nicht aufs Display schaut, bekommt mehr von eurer Trauung mit. Ein kurzer Hinweis vom Trauredner zu Beginn reicht.
Der Trauredner tritt beim Kuss zur Seite.
Sprecht das vorher ab. Sonst steht beim ersten Kuss ein Kopf genau zwischen euch und der Kamera.
Schreibt eure Eheversprechen auf schöne Karten.
Ein Handy in der Hand sieht auf Bildern nicht so schön aus wie eine Karte oder ein kleines Heft.
Stellt die Stühle so, dass ihr leicht schräg zu den Gästen sitzt.
Dann sieht man eure Gesichter, und eure Gäste können eure Reaktionen miterleben.
Häufige Fragen zur freien Trauung
Ist eine freie Trauung rechtsgültig?
Nein. In Deutschland seid ihr erst nach der standesamtlichen Trauung rechtlich verheiratet. Die freie Trauung ist eure persönliche Zeremonie, die ihr vorher, danach oder am selben Tag feiern könnt.
Wer leitet eine freie Trauung?
Meist ein professioneller Trauredner oder eine Traurednerin, die euch vorher kennenlernt und eure Geschichte aufschreibt. Manche Paare bitten auch einen Freund oder ein Familienmitglied.
Wie lange dauert eine freie Trauung?
Die Zeremonie dauert meist 30 bis 45 Minuten. Mit Einzug, Gratulation und Sektempfang solltet ihr deutlich mehr Zeit einplanen.
Lohnt sich ein Fotograf für die freie Trauung?
Ich bin da natürlich nicht ganz unparteiisch. Aber gerade bei einer freien Trauung passieren die Momente, die ihr später am häufigsten anschauen werdet: Tränen beim Eheversprechen, das Lachen der Gäste, der erste Kuss. Wenn ihr in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Bremen heiratet, begleite ich eure freie Trauung gern. Alle Pakete findet ihr auf meiner Seite mit den Preisen.
Fazit
Bei einer freien Trauung entscheidet ihr selbst, wie die Zeremonie aussieht. Nehmt euch Zeit für eure Geschichte und eure Eheversprechen, sucht einen Ort mit gutem Licht und überlegt euch vorher, wohin ihr bei Regen ausweicht.
Ihr plant eine freie Trauung in Hamburg oder Norddeutschland und sucht einen Fotografen? Dann schreibt mir für ein kostenloses Kennenlernen.
Euer Jeffrey
