Hochzeit im Winter
Kurze Tage, warmes Licht: so plant ihr eure Winterhochzeit in Norddeutschland entspannt und mit schönen Bildern

Im Kennenlernen höre ich bei Winterterminen fast immer dieselbe Frage: „Wird das nicht alles dunkel und grau?“ Ja, es wird früh dunkel. Wenn ihr den Tag danach plant, kann das für eure Bilder sogar ein Vorteil sein.
Was mir eine Trauung in Eimsbüttel gezeigt hat
Ich denke dabei oft an die Trauung in der Jerusalem-Kirche in Eimsbüttel. Am Altar hingen durchsichtige Ballons mit Lichterketten, und dieses kleine, warme Licht hat den ganzen Raum verändert. Es war keine Winterhochzeit, trotzdem denke ich im Winter oft daran. Wie eure Bilder wirken, hängt in der dunklen Jahreszeit vor allem vom Licht ab, das ihr drinnen schafft.
Hier sind meine Tipps aus Sicht des Fotografen, für Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen.

9 Tipps für eure Hochzeit im Winter
Plant vom Sonnenuntergang aus.
Im Dezember geht die Sonne in Norddeutschland kurz nach 16 Uhr unter. Am 21. Dezember ist es in Hamburg um 16:01 Uhr so weit, in Kiel schon um 15:56 Uhr, in Hannover um 16:09 Uhr. Am 21. Januar habt ihr rund 40 Minuten mehr, am 20. Februar wird es erst gegen 17:40 Uhr dunkel. Schreibt euch die Uhrzeit für euren Tag und euren Ort auf und baut den Zeitplan von dort aus rückwärts. Alles, was Tageslicht braucht, gehört davor.
Legt die Trauung früher.
Eine Trauung um 15 Uhr ist im Sommer perfekt. Im Winter bleibt danach kaum Licht für Paarbilder. Mit einer Trauung um 12 oder 13 Uhr habt ihr Zeit für Gratulationen, Gruppenbilder und einen kurzen Spaziergang, bevor es dämmert. Fragt beim Standesamt oder in der Kirche gezielt nach einem Termin am späten Vormittag oder frühen Mittag.
Überlegt euch einen First Look.
Wenn ihr euch schon vor der Trauung seht, können wir die Paarbilder in das beste Licht des Tages legen, meist zwischen 11 und 14 Uhr. Danach seid ihr ganz für eure Gäste da. Ich weiß, dass das nicht zu jedem Paar passt. Dann schauen wir gemeinsam, wo im Ablauf noch 30 Minuten Licht übrig bleiben.

Nutzt die blaue Stunde.
Direkt nach Sonnenuntergang wird der Himmel für eine knappe Dreiviertelstunde tiefblau. In Hamburg ist das am 21. Dezember etwa zwischen 16 und 16:45 Uhr. Zusammen mit beleuchteten Fenstern, Laternen oder einer Lichterkette entstehen dann ruhige, fast filmische Bilder. Zehn Minuten vor der Tür reichen, danach geht es zurück ins Warme.
Holt warmes Licht in den Raum.
Drinnen entscheidet das Licht über die Stimmung eurer Bilder. Kerzen, Lichterketten und Lampen mit warmem Licht wirken viel schöner als kalte Deckenstrahler. Fragt eure Location, ob echte Kerzen erlaubt sind, sonst sind LED-Kerzen eine gute Lösung. Ich arbeite abends so lange wie möglich mit dem vorhandenen Licht und setze Blitz nur dezent ein, wenn es nötig ist.


Rechnet mit Grau, Wind und Regen.
Schnee am Hochzeitstag ist in Norddeutschland eher Glückssache. Häufiger sind es ein paar Grad über null, Wind und Nieselregen. Das ist kein Problem, wenn ihr vorbereitet seid: ein warmer Mantel oder eine Stola für draußen, Schuhe mit etwas Profil und ein paar durchsichtige Schirme. Wie schön Bilder bei schlechtem Wetter werden können, zeige ich in meinem Artikel über Regen am Hochzeitstag.

Denkt an eure Gäste.
Ein Sektempfang draußen wird im Dezember schnell ungemütlich. Plant ihn drinnen oder bietet heißen Punsch und Decken an. Schreibt in die Einladung, dass es auch Fotos draußen gibt, damit niemand im dünnen Hemd friert. Wer von weiter weg anreist, freut sich außerdem über einen Hinweis, wann es dunkel wird und wo man parken kann.
Plant die Gruppenbilder unter einem Dach.
Für das große Gruppenfoto braucht ihr im Winter einen Plan B drinnen: ein Treppenhaus, eine Halle oder die Kirche selbst. Schaut euch die Location am besten zu der Uhrzeit an, zu der später die Fotos entstehen. So seht ihr, wie viel Licht wirklich da ist.
Genießt die Vorteile.
Eine Winterhochzeit hat viel für sich: Wunschtermine sind oft leichter zu bekommen, und niemand schwitzt im Anzug. Und es gibt kaum etwas Gemütlicheres als ein Fest, bei dem draußen der Wind pfeift und drinnen die Kerzen brennen.
Mein Fazit
Für eine Hochzeit im Winter braucht ihr vor allem einen Zeitplan, der das Licht ernst nimmt: die Trauung früher, die Paarbilder vor der Dämmerung, ein paar Minuten in der blauen Stunde und drinnen viel warmes Licht. Dann werden eure Bilder genauso schön wie im Juni, nur gemütlicher.
Ihr plant eine Hochzeit im Winter in Hamburg oder irgendwo in Norddeutschland? Erzählt mir davon. Beim kostenlosen Kennenlernen per Videocall schauen wir gemeinsam auf euren Tag und euer Licht.
Euer Jeffrey
