Sitzordnung Hochzeit: 9 Regeln für euren Sitzplan

Neun Regeln, mit denen euer Sitzplan steht, ohne dass ihr wochenlang Zettel hin und her schiebt

Festlich gedeckte Hochzeitstafel mit weißen Blumen und Kerzen, Trinkhalle im Stadtpark Hamburg
5 Minuten Lesezeitvon Jeffrey Akowuah

Die Sitzordnung ist für viele Paare der Teil der Planung, den sie am längsten vor sich herschieben. Das verstehe ich. Bei der Location oder dem Kleid geht es um euch, beim Sitzplan geht es plötzlich um alle anderen: um Familien, alte Freundschaften und manchmal um Leute, die sich lieber aus dem Weg gehen.

Ich sehe den Sitzplan als Fotograf von einer anderen Seite. Während des Essens und der Reden bewege ich mich zwischen den Tischen, und ich merke schnell, wo gelacht wird und wo sich Gäste anschweigen. Ein guter Sitzplan macht den Abend entspannter. Und er entscheidet mit, wessen Gesichter bei den Reden später auf den Bildern zu sehen sind. Hier sind meine neun Regeln.

Brautpaar sitzt lachend an der Hochzeitstafel vor Kerzen und Blumen, Trinkhalle im Stadtpark Hamburg
Hochzeitsessen in der Trinkhalle im Stadtpark

9 Regeln für eure Sitzordnung

  1. Fangt mit der Gästeliste an, nicht mit den Tischen.

    Bevor ihr Tische zeichnet, braucht ihr eine Liste, die wirklich stimmt: Wer hat zugesagt, wer bringt eine Begleitung mit, wer kommt mit Kindern? Erst wenn die Zahlen feststehen, lohnt es sich, Namen zu verteilen. Wer zu früh mit dem Sitzplan beginnt, fängt nach jeder Absage von vorne an.

  2. Bildet Gruppen, bevor ihr Plätze vergebt.

    Teilt eure Gäste zuerst in Gruppen ein: Familie Braut, Familie Bräutigam, Studienfreunde, Kollegen, Nachbarn, Sportverein. Aus diesen Gruppen werden später die Tische. So denkt ihr nicht über 80 einzelne Menschen nach, sondern über acht oder neun Runden, die schon zusammenpassen.

  3. Der Brautpaartisch: klein, sichtbar und mit Blick in den Raum.

    Ob ihr an einem langen Tisch nur zu zweit sitzt, mit euren Trauzeugen oder mit den Eltern, ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass ihr in den Raum schaut und eure Gäste euch sehen. Für die Bilder ist das ein großer Unterschied: Wenn ihr mit dem Rücken zur Wand und zum Licht sitzt, sehe ich bei jeder Rede eure Reaktion. Sitzt ihr mit dem Rücken zum Saal, fotografiere ich vor allem Hinterköpfe.

Brautpaar lacht an der Hochzeitstafel, ein Gast reicht Pizza herüber, Trinkhalle im Stadtpark Hamburg
Am Brautpaartisch in der Trinkhalle
  1. Eltern und Großeltern gehören nach vorn.

    Eure Eltern und Großeltern haben auf diesen Tag oft länger gewartet als ihr. Setzt sie in eure Nähe, mit freiem Blick auf euch und auf den Platz, an dem die Reden gehalten werden. Gerade ältere Gäste freuen sich über einen Platz, der nicht direkt neben den Boxen oder dem Durchgang zur Küche liegt.

  2. Getrennte Eltern bekommen jeweils einen eigenen Tisch.

    Wenn Eltern getrennt sind und sich nicht gut verstehen, zwingt sie nicht an einen Tisch. Gebt beiden einen Ehrenplatz an zwei Tischen in eurer Nähe, jeweils mit den Menschen, mit denen sie sich wohlfühlen. Das nimmt viel Druck aus dem Abend, auch für euch.

  3. Mischt nur dort, wo es passt.

    Es ist eine schöne Idee, dass sich eure Freundeskreise kennenlernen. Trotzdem sollte niemand allein an einem Tisch mit lauter Fremden sitzen. Eine gute Faustregel: Jeder Gast kennt am Tisch mindestens zwei Leute. Dann ergibt sich der Rest beim Essen von selbst.

Hochzeitsgesellschaft im festlich geschmückten Saal, Herrenhäuser Gärten Hannover
Hochzeitsgesellschaft in den Herrenhäuser Gärten
  1. Kinder sitzen bei ihren Eltern oder an einem eigenen Tisch.

    Kleine Kinder gehören zu ihren Eltern. Für ältere Kinder kann ein eigener Kindertisch mit Malsachen oder einer kleinen Aufgabe toll sein, solange die Eltern in Sichtweite sitzen. Ein langes Menü am Erwachsenentisch ist für Kinder schnell langweilig, und am Kindertisch dürfen sie zwischendurch auch mal aufstehen.

  2. Denkt an Lautstärke, Wege und Licht.

    Wer gern früh nach Hause geht, sitzt besser nicht ganz hinten in der Ecke. Wer tanzen will, freut sich über einen Platz nahe der Tanzfläche. Und an Tischen direkt unter einem Lautsprecher unterhält sich nach dem Essen niemand mehr gern. Für eure Bilder ist außerdem wichtig, wo die Reden gehalten werden: Achtet darauf, dass dort Licht hinfällt und euer Tisch in der Nähe ist.

  3. Plant einen Puffer ein und legt euch dann fest.

    Irgendwer sagt immer in der letzten Woche ab, und irgendwer bringt doch noch eine Begleitung mit. Lasst an zwei oder drei Tischen einen Platz Luft. Danach gilt: Gebt den fertigen Plan an eure Location und euer Catering und hört auf, daran zu schieben. Ein Sitzplan, der zu 95 Prozent passt, ist viel besser als einer, über den ihr bis zur Nacht vor der Hochzeit diskutiert.

Festlich gedeckte Tafel mit bunten Blumen in kleinen Glasvasen, Forsthaus Waldhusen Lübeck
Gedeckte Tafel im Forsthaus Waldhusen

Mein Fazit

Eine gute Sitzordnung entsteht in drei Schritten: erst eine Gästeliste, die stimmt, dann Gruppen, dann Tische. Setzt eure Familie nah zu euch, gebt jedem Gast mindestens zwei bekannte Gesichter am Tisch und achtet darauf, dass ihr und die Redner gut zu sehen seid. Dann sitzen eure Gäste gern bis zum Dessert zusammen. Wie der ganze Tag zeitlich zusammenpasst, lest ihr in meinem Artikel über den Zeitplan für den Hochzeitstag.

Ihr plant gerade eure Hochzeit und sucht noch einen Fotografen, der den Abend genauso begleitet wie die Trauung? Erzählt mir von eurem Tag. Im kostenlosen Kennenlernen per Videocall sprechen wir über euren Ablauf und eure Location.

Euer Jeffrey

Jeffrey Akowuah, Hochzeitsfotograf, Hamburg

Jeffrey Akowuah

Ich fotografiere Hochzeiten seit 2017 und begleite Paare in Hamburg und ganz Norddeutschland mit ungestellten Reportagen. Hier im Blog teile ich, was ich auf all diesen Hochzeiten gelernt habe.